Zu Design und Spielmechanik

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kaiman
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Zu Design und Spielmechanik

Beitragvon kaiman » So 17. Apr 2016, 21:29

Nachdem wir schon zig Threads zur Story haben, wollte ich mal meine Meinung zum eigentlichen Spiel loswerden.

[Zur Story nur so viel: beim Spielen kam mir das alles halbwegs verständlich und schlüssig vor, aber ca. 1 Sekunde nachdem der Abspann durchgescrollt war, muss mich ein rosa Elefant geblitzdingst haben. Jetzt bin ich total verwirrt. Vor allem: wer zum Geier ist denn jetzt die Großmutter von McChronicle? Naja, Schwamm drüber.]
Spoiler: show
Lobenswert immerhin, dass das Ende vom Deponia 3 im Prinzip unangetastet geblieben ist und die ersten 3 Teile nicht nur geträumt waren!

Also zum Gameplay selbst: fantastisch! Gerade zu Beginn, als es in Kuvaq die mehr oder minder gleichen Dinge mit steigendem Schwierigkeitsgrad zu erledigen galt; so muss ein P&C Adventure sein. Dann auf Elysium, der Wolpertingerautomat, einfach großes Kino und noch dazu sehr gut in die Story integriert. Den Rummelplatz und der erste Abstecher in die Zwischenzeit fand ich etwas langatmig und die Rätsel nicht so wirklich grandios. Irgendwie waren die nicht so gut in die Handlung/Location integriert und wirkten oftmals beliebig. Hätte mir auch mehr Hotspots gewünscht, zu denen Rufus einfach nur einen lässigen Kommentar abgibt. Gegen Ende wurde es aber wieder richtig gut. Hat mir sehr gefallen, dass etliche Szenen nochmals besucht wurden. Und das A-Team Zitat war einfach nur der Hammer! Hat mir ein dickes Grinsen ins Gesicht gezaubert und ein paar schön nostalgische Erinnerungen wachgerufen. Von all den tollen Szenen im Spiel mit Abstand die tollste!

Soweit, so großartig. Aber: die beiden Neuerungen der Spielmechanik, Maus-Klickeritis und tickende Timer??? Das geht ja gar nicht! Ersteres erfordert weder Hirnschmalz noch ein Mindestmaß an motorischem Geschick. Also überflüssig wie ein Kropf. Und letzteres? Ich will gerne in aller Ruhe puzzeln und nicht hektisch allen Text ungehört und -gelesen wegklicken, nur um bei Ablauf der Uhr dann doch immer wieder von vorne anzufangen. Auch hier gilt: wenn man weiß was zu tun ist, reicht die Zeit locker ... alles easy. Aber bis man soweit ist, wird man zig-mal zurückgeworfen und ist am Ende tierisch genervt. Klar, das soll irgendwie Dynamik und Spannung erzeugen (und vielleicht von eigentlich zu einfachen Puzzles ablenken), aber hat meiner Meinung nach in einem klassischen Adventure-Game nix verloren. Was kommt denn als nächstes? Quick-Time-Events?

Ich finde es ja im Grunde vorbildlich, neue Dinge zu probieren und auch mal über den Tellerrand zu schauen. Das haben bei Deponia ja die diversen Minigames ganz gut hinbekommen. Aber das restliche Spiel möge doch bitte ein zerebraler Hochgenuss bleiben und nicht zu billigem Action-Abklatsch verkommen.

Glücklicherweise ist der Gesamteindruck trotzdem durchweg positiv. Für mich ist und bleibt die Deponia-Reihe das Monkey Island des 21. Jahrhunderts! Hoffe nur, dass der 5. Teil nicht von Telltale kommen wird ;-). Und dass die Linux-Version dann mit auf der DVD ist.
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