Leider wohl doch Steam

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Adarion
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Re: Leider wohl doch Steam

Beitragvon Adarion » Fr 13. Apr 2012, 20:22

Als ob nicht schon genug in diesem Thread gesagt und gekreiselt worden seie, will ich auch noch meinen Ketchup dazugeben.



Also ich fände es schon schade wenn das Spiel (nur) mit Steam-Bindung kommt.
Ich bin schon jemand der sich ernsthaft für Rollenspiele besonders im Zusammenhang mit DSA interessiert und hatte mich daher schon auf das Spiel gefreut. Endlich mal wieder ein DSA-Spiel, was nicht bei 80% Fertigstellung pleite geht.
Ich habe damals die NLT begeistert gespielt, vor allem den 2. Teil. Ich habe LMK verfolgt und war todsterbensbetrübt als es den Bach hinunter ging. Gut, ich hab' es dann als DivDiv gekauft aber das war nicht wirklich mehr LMK. Armalion war das nächste Hoffnungsprojekt. Wir wissen was daraus wurde. Nun gut, man hat versucht zu retten was zu retten war. Ich habe mich auch (unter NDA) für das Spiel Sacred was dann daraus wurde engagiert. Ein Freund war dort auch angestellt. Sacred war (wohl erfolgreich) leider aber auch nicht im Ansatz mehr das was Armalion mal sein sollte. Hab mir die Packung trotzdem von den devs signieren lassen. :)
Drakensang hat es wenigstens auf den Markt geschafft, gleicher Freund war auch involviert. Ich habe es dann sehr früh gekauft und mich über das DRM geärgert. (Das Spiel an sich war ja sonst schön.) Leider ging auch diese Firma TROTZ allen DRMs nach DS aFdZ und Phileassons Geheimnis den Bach hinab. Waren wohl doch nicht die unlizenzierten Kopien schuld?
Demonicon. Nie erschienen.
Und nun... mal wieder etwas Hoffnung?


Dann sieht man die schön gezeichnete Grafik und liest was von OpenGL und denkt gleich an den knuffigen Pinguin Tux. Daß das doch mal wieder eine Chance wäre für ein systemübergreifendes Spiel. Windows, Linux, MacOS und wenn's sein muß auch irgendwelche Konsolen.
Hurra!
Man interessiert sich also dafür, liest ein wenig mehr, und plötzlich stolpert man über diese Steam-Sache.

Und irgendwie ist damit gleich mal alles für einen gestorben. Die Aussicht auf eine Linuxversion und andererseits das Spiel an sich ebenfalls.

Was will ich Daedalic nun sagen?

Man kann das Spiel ja AUCH auf einer ach-so-"modernen" Plattform wie Steam vertreiben. Schön und gut. Aber nicht ausschließlich. Man sollte unbedingt eine ganz normale Version anbieten.
Es gibt eben solche old-school Leute, die es mögen auf dem Heimweg vom Laden (wenn nicht gerade im Versand gekauft) schon das Handbuch zu lesen, zu Hause den Karton ins Regal zu stellen und gleich zu installieren.
Und Leute, die Steam einfach nicht mögen. Die keine Lust haben beim Spielen ständig online zu sein. Beobachtet zu werden. Daten an das Steam-Netzwerk zu senden. Online zu aktivieren und dabei vielleicht lange zu warten. Oder das Spiel irgendwann nicht mehr spielen zu können wenn irgendwer beschließt die Aktivierungsserver abzustellen. Leute, die keine Lust haben, daß ständig irgendein Client im Hintergrund läuft, daß die Netzwerkverbindung offen ist, jedesmal Downloads abzuwarten (oder im Hintergrund geht was los und man fragt sich was den Rechner grad ausbremst und auf der Platte rumrattert) und und und.
Und für den Mist bezahlt man meist genausoviel wie man für eine "richtige" Packung mit Handbuch und Datenträger bezahlt hätte. Die man auch noch in 100 Jahren spielen kann. (Ja, heute haben wir DOSBOX in 100 Jahren reactos/wine :P )

Im Übrigen gibt es von Steam immer noch keinen Linuxclient.


Besonders schön wäre es dann, wenn man auf digitales Restriktions-Management komplett verzichtet. Ganz egal ob das irgendeine Form der Onlineaktivierung ist, ein Dongle (also ein CD-Check), irgendwelche mitinstallierten Trojaner (Anzeige wegen Computersabotage) oder auch die altmodische Handbuchabfrage.
Durch den Einsatz solcher DRM-Maßnahmen zeigtet Ihr, daß Ihr dem Kunden von vornherein mißtraut. Das wäre so als würde der Autoverkäufer jemanden mit ins Auto setzen um sicherzustellen daß ich das Auto nicht mal auseihe oder zu schnell damit fahre. Da fühle ich mich als Kunde aber nicht ernstgenommen und verzichte. Und ich habe Übung im Verzicht. Es wäre nicht das erste mal. Ich habe hier über hundert Spielekartons rumstehen, doch irgendwann kurz vor Ende der 90er dünnt sich das echt aus. Nur sehr gelegentlich ausgewählte Sachen. Der Gegenwert der gekauften Sachen wurde im Vergleich zu früher irgendwie weniger und immer mehr Spiele machten mehr Blödsinn als Nutzen. Mitunter waren solche DRM-Sachen sogar schon in der Demo enthalten. Zum Glück gibt es freie Spiele oder DRM-freie Sachen wie beim Humble Bundle.


Ich weiß, daß dies oft eine Entscheidung des Managements in den letzten Wochen vor'm Release ist, bzw. die Entscheidung kommt direkt vom Publisher, aber das könnt ihr denen gern weiterleiten, daß da viel Unmut herrscht.

DRM bedeutet: viel Geld für etwas ausgeben was das Programm langsamer und weniger stabil macht (oft genug bewiesen), was zudem den Kunden verärgert durch Gängelung und eine nur sehr zweifelhafte "Sicherheit" gegnüber unlizenzierten Kopien bringt. Ein ums andere mal hat sich gezeigt, daß DRM-freie Sachen sehr erfolgreich sein können.

Klar hängt der kommerziellen Erfolg einer Softwareentwicklung von einigen Faktoren ab. Unlizenzierte Kopien sind da aber auch nur ein kleines Stück im gesamten Kuchen. Und die wird es vermutlich immer geben. Egal ob mit oder ohne irgendwelchen Kopierschutz. Man kann damit aber sehr gut Kunden verärgern bzw. potentielle Käufer abschrecken. Mich ärgert diese Recherche jedesmal vor dem Kauf. Nicht einmal kann man einfach zugreifen, nein, erst muß man wochenlang recherchieren um rauszubekommen ob das irgendwelchen Zusatzkram braucht oder irgendein wahnwitziges DRM beinhaltet.
Und leider nur allzuoft stelle ich fest, daß ich diese Art mit mir umzuspringen nicht tolerabel finde. Und dann verzichte ich. Mein popliges Gehalt als Doktorand werde ich nicht für Dinge verschleudern mit denen ich hinterher nur Ärger habe.
Vielleicht mag man denken, ach, das ist nur eine kleine lautstarke Minderheit. Aber langsam wachen immer mehr user auf und möchten menschenwürdig behandelt werden. Und der Großteil der Interessenten ist sicher auch bereit die Software dann zu ordnungsgemäß zu lizenzieren.


Eine Alternative zu Steam für den Onlinevertrieb von Downloads ist übrigens Desura (die haben sogar einen Linuxclient).

Über ein offizielles Statement zum Thema seitens der Entwickler als auch des Vertriebs würde ich mich (wie sicher auch viele andere) freuen.

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Re: Leider wohl doch Steam

Beitragvon Io » Sa 14. Apr 2012, 02:02

Lieber Adarion,

wir haben schon sehr viel zu diesem Thema gesagt, also verdenk es mir bitte nicht, dass ich mich kurz fasse. Es ist spät, die Wall-Of-Text ist lang :P und ich habe eigentlich das Gefühl, das auch schon alles für dich Relevante irgendwo erwähnt worden ist. Es ist nicht meine Absicht, patzig zu klingen, ich schreibe einfach nur kurz und bündig ;).

Adarion hat geschrieben:Dann sieht man die schön gezeichnete Grafik und liest was von OpenGL und denkt gleich an den knuffigen Pinguin Tux. Daß das doch mal wieder eine Chance wäre für ein systemübergreifendes Spiel. Windows, Linux, MacOS und wenn's sein muß auch irgendwelche Konsolen.
Hurra!
Man interessiert sich also dafür, liest ein wenig mehr, und plötzlich stolpert man über diese Steam-Sache.

Und irgendwie ist damit gleich mal alles für einen gestorben. Die Aussicht auf eine Linuxversion und andererseits das Spiel an sich ebenfalls.

Eine Linuxversion des Spiels war nie geplant. Linux ist für uns kein Betriebssystem, auf das wir gewinnbringend portieren könnten. Ich weiß, dass das aus Sicht spielender Linuxnutzer sicherlich schade ist. Dazu ist aber die Zielgruppe bzw. die Nachfrage in dem Bereich zu gering.

Adarion hat geschrieben:Es gibt eben solche old-school Leute, die es mögen auf dem Heimweg vom Laden (wenn nicht gerade im Versand gekauft) schon das Handbuch zu lesen, zu Hause den Karton ins Regal zu stellen und gleich zu installieren.

Niemand hindert dich daran. Das Spiel wird im Laden erscheinen, nur wird auch diese Version über Steam aktiviert.

Adarion hat geschrieben:Besonders schön wäre es dann, wenn man auf digitales Restriktions-Management komplett verzichtet. Ganz egal ob das irgendeine Form der Onlineaktivierung ist, ein Dongle (also ein CD-Check), irgendwelche mitinstallierten Trojaner (Anzeige wegen Computersabotage) oder auch die altmodische Handbuchabfrage.
Durch den Einsatz solcher DRM-Maßnahmen zeigtet Ihr, daß Ihr dem Kunden von vornherein mißtraut.

Wir haben Deponia DRM-frei released, weil wir uns dessen bewusst sind. Dass Steam ein DRM-Mechanismus ist, ist eher ein Nebeneffekt, als der Hauptgrund Verkaufsreichweite, aus dem wir auf Steam veröffentlichen.

Adarion hat geschrieben:Das wäre so als würde der Autoverkäufer jemanden mit ins Auto setzen um sicherzustellen daß ich das Auto nicht mal auseihe oder zu schnell damit fahre. Da fühle ich mich als Kunde aber nicht ernstgenommen und verzichte.

Der Vergleich hinkt jetzt aber ;): Für Software hast du immer nur ein Nutzungsrecht. Du darfst sie nicht ausleihen, weil die Software nicht dir gehört und andere Personen das Nutzungsrecht nicht besitzen. Das gilt schon seit immer. Bei einem Auto ist das nicht der Fall, es ist zu 100% dein Besitztum und du kannst verleihen, wie du magst.

Adarion hat geschrieben:Eine Alternative zu Steam für den Onlinevertrieb von Downloads ist übrigens Desura (die haben sogar einen Linuxclient).

Desura hat bei Weitem nicht die Reichweite von Steam. Steam ist die führende digitale Vertriebsplattform weltweit.

Adarion hat geschrieben:Über ein offizielles Statement zum Thema seitens der Entwickler als auch des Vertriebs würde ich mich (wie sicher auch viele andere) freuen.

Wir haben schon verdammt viel dazu gesagt. Im Thread unter http://www.adventure-treff.de/forum/vie ... e5#p466829 erklärt unser Geschäftsführer, warum wir Steam für Satinavs Ketten verwenden (müssen). Dieser Beitrag ist sogar bei golem.de und anderen Newsseiten verlinkt worden. Dazu haben ich in diesem Forum an mehreren Stellen um Verständnis für die Sache geworben. Es ist notwendig für uns bei diesem Projekt, nicht mehr und nicht weniger. Und deswegen wird sich daran auch bei einem späteren Release nichts mehr ändern.

Dein ausführlicher Beitrag und deine Gedanken zum Thema sind hier aber trotzdem gern gesehen. Nichts wäre schlimmer, als wenn ihr Unmut über dieses Thema hättet, es uns aber nicht mitteilen würdet. Feedback zu unseren Entscheidungen ist unschätzbar wertvoll. Also danke dafür :).


Beste Grüße,
Io
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Re: Leider wohl doch Steam

Beitragvon Adarion » Sa 14. Apr 2012, 12:36

Hallo Io

(Bist Du also einer der den ganzen Ärger der Kunden an erster Front abfangen darf? Höhö, geiler Job. :) )

Danke für den Link. Hab mir das erstmal durchgelesen. (Gut, daß ich krank bin und Zeit habe, sonst wäre ich womöglich heute auch noch im Labor. Sorry daß ich nochmal mit viel Text antworte, aber ich hab ja grad mal Zeit. :) )
Das verlinkte posting ist ja schonmal eine Erläuterung, aber dennoch scheint es mir nicht endgültig schlüssig oder ich habe was überlesen.



Es ist ja ok wenn man Steam als Plattform nutzen will um einen großen Kreis an Spielern (die eben auch im Ausland sitzen) zu erreichen. Wenn Ihr damit Kohle für Folgeentwicklungen reinbekommt, fein. Weltweiter Online-Download-Vertrieb an sich ist ja auch nicht schlecht. Sofern ohne DRM sehr bequem und schnell für Kunden als auch für Entwickler/Vertrieb.

Aber was hindert denn daran auch andere Vertriebswege zu nutzen (ohne Steam-Aktivierung)? (Boxverkauf über Geschäfte, Amazon,... Desura online und sonstwas.) Möglicherweise kommt man sogar ohne Zwischenhändlerabschlag durch (huuuuh, ich Ketzer! Koch Media und Valve werden mich jetzt hassen! ;) ).

Müßt Ihr etwa einen Exlusiv-Knebelvertrag mit Steam abschließen und dürft nur dort verkaufen? Das war doch auch meine Kernaussage oben. Bei Steam AUCH verkaufen aber eben nicht ausschließlich.

Wie der Carsten in dem Artikel aber selber schreibt: Steam ist willkürlich! Und wenn die feinen Valve-Leute nicht wollen dann sägen die Eure nächste Veröffentlichung einfach ab. Daher ist es doch gar nicht schlecht mehrere Standbeine zu haben. Steam kann man ja gerne als ein Standbein mit dazu nehmen. Dann hat man halt Steam, Desura, Boxverkäufe.



Was Linux & co angeht will ich noch einige Gedanken mitgeben.

1. Schau Dir mal die Humble Bundles an. Etwa 50% Windows, 25 % MacOS und 25% Linux. (Und letztere haben sogar mehr Geld hingelegt im Schnitt als die anderen. Echt! Mehr als die reichen Mac-Hipster!) So schlecht kann es gar nicht sein.

2. Dort sieht man auch beispielhaft wie gut es winzige Independent-Buden schaffen systemunabhängig zu entwickeln (und die sind kleiner als Ihr). Es geht also.
Gleichermaßen gibt es ja auch viel andere Software (Programme und libs) die auf mindestens(!) 3 Systemen laufen, Win, Lin, BSD/MacOS. (Gtk, qt, Mozilla Zeugs, Libreoffice, Java, libsdl, dosbox, X, mesa/gallium, gcc, ... ich kann ja hier mal ca. gefühlte 50% des Gentoo-trees posten. Kriegt man alles auch für woanders.)

3. Linuxabsatzzahlen sind schwer einzuschätzen. Erstmal gibt es keine Basis für die Anzahl der Linuxinstallationen. Linux kann sich jeder an jeder Straßenecke besorgen, aus dem Netz laden oder sonstwas. Manche Rechner werden bedauerlicherweise mit zwangs-vorinstalliertem W32/64 ausgeliefert. Und der User macht sich Linux drauf, als Dualboot oder als einziges OS. (Kann natürlich auch mal andersrum sein.)
Verläßlich kann man vielleicht die Anzahl der Android-Geräte angeben, die haben alle einen Linuxkernel.

Was dann den Absatz an Software für Linux angeht: Man mag nun das Vor-Urteil haben, Linuxnutzer wären nicht bereit zu zahlen. Was aber z.B. durch die Humble Bundles gut widerlegt wird.
Was bestimmte Spiele angeht: Ja. Es wurden tatsächlich schon Spiele 5-7 Jahre nach der Windowsversion auf Linux portiert. Und dann zum Vollpreis (40 E) verkauft. Nachdem es aber die Windowsversion schon für 5 Öre auf dem Grabbeltisch gab (oder gar schon als abandonware deklariert wurde) und manch Linuxnutzer mit Wine/Cedega das Ding zum Laufen gebracht hat, oder per Dualboot mit Windows. Klar, daß dort ein Absatz schwierig wird. Zeitnah portierte Spiele finden auch besser ihren Absatz. (Bei id war es oft so daß die Leute sich die Windowsbox kauften für das game-data-Paket und dann sich das linuxbinary vom Server holten. Auch keine klaren Verkaufszahlen.)

Anwendungssoftware am Beispiel Nero: Ja, da haben die Linuxnutzer lange gehofft daß es mal ne Version davon gibt. Kam aber nicht. Also haben sich ein paar Leute zusammengesetzt, gute Tools (vom trolligen Schilly) und dergleichen kombiniert und über die Zeit einige gute freie Tools geschaffen mit denen man alles mögliche brennen kann. Ein Beispiel ist k3b. Nun kommt Nero irgendwann, portiert und muß dann aber gegen die inzwischen entstandende kostenlose und freie (frei wie in Freiheit) Konkurrenz anstinken und das ist nicht einfach.
Als Spielentwickler hat man aber den großen Vorteil daß man keine Anwendung, ein tool für einen bestimmten Zweck schreibt. Existiert dort einmal was wirklich gutes hätte man es schwer. Ein Spiel ist aber immer was Neues (naja, Aufgußprinzip mal weggelassen). Und somit steht man relativ konkurrenzlos da. Und man kann sich jetzt noch einen Ruf aufbauen.


4. Mit dem richtigen Konzept von Anfang an (!) ist es mit der System-Unabhängigkeit auch einfacher. Setzt man von Beginn an auf die richtigen Libraries und APIs so ist eine Portierung wenig aufwendig und man hat ganz schnell mal nicht nur den Windowsmarkt bedient sondern auch MacOS und Linux in der Tasche. Plus vielleicht noch homebrew-channels der Konsolen und Android und wer weiß was noch im Sack (wenn die Zielhardware es denn hergibt). Das wäre doch nicht übel, oder?
Zugegeben, man muß natürlich wissen wie - und leider sind viele Spieledesigner/devs noch sehr auf DX oder dergleichen eingeschossen.

Und ich glaube Adventures sind da noch besonders gutmütig weil sie wenig extreme Dinge mit der Hardware anstellen (im Gegensatz zu Carmack-Sachen, aber der kriegt das ja mit seinem Team auf auch Linux. Ok, er ist auch der OpenGL-Gott.).
Zudem gibt es vieles an freier Software auf daß Ihr Euch stützen könntet, und die Projekte bieten auch cross licensing oder closed-source-kompatible Lizenzen an. Da ist schon einiges an Arbeit abgenommen.
Ich habe aus Doktorarbeitsgründen (und wegen der Enttäuschungen der vergangenen Jahre) leider wenig Gelegenheit gamingnews aufzuschnappen, aber ist die Edna nicht einfach ein Java-Prog gewesen? Das dürfte doch dann schlagartig für alle Plattformen mit voller Java-Implementation zur Verfügung gestanden haben. (Auch wenn Oracle Haßfirma, abgesehen von btrfs, ist.)

5. Man muß den Teufelskreis einfach mal durchbrechen. Warum haben viele Leute noch Windows? Weil sie zocken wollen. Für was anderes braucht man es eigentlich kaum noch (bzw. generell für unportierte Anwendungen ohne Gegenstück auf anderen Systemen, wobei das eher im Business und ÖD-Bereich ein Problem ist. Für Privatnutzer gibt es eigentlich immer 'ne Alternative.).

6. Wenn das game nun einmal fertig ("und in den Brunnen gefallen ist") und man eine Portierung scheut weil man Angst hat es macht zuviel Aufwand und hätte dann zu wenig Absatz dann gibt es ja noch die Krücke Wine. Da könnte man zumindest zeigen, daß man erkennt, daß es eine Linux/BSD-Nutzerschaft gibt und aktuelle Titel so zurechtschustern, daß sie wenigstens mit wine gut laufen. Ich denke ein gut angebrachter Hinweis, daß man auf wine-Kompatibilität achtet würde von der Pinguinschaft schon mit einem Nicken und "schade nicht nativ aber immerhin" honoriert werden und die meisten dürfte das dann in ihrer Kaufentscheidung auch positiv beeinflussen.



Das mit Euren Vertriebs/Investmentpartnern wg. Deponia (verlinkter Artikel) in .de tut mir leid.
Ich glaube, daß viele Leute gerade in .de wenig risikobereit und sehr konservativ sind. (Okay, woanders auch, man sieht es an Hollywood und Lara Croft Teil 2032332 oder Basketball von EA Sports der 756ste Teil. Nervig! Immer wieder der gleiche Aufguß.) Letztendlich seid Ihr aber selber auch irgendwie konservativ und sicherheitssuchend.

Dazu kommt, daß Deutschland als Spieleschmiede einfach keinen Ruf hat. Irgendwie ist bei mir (und vermutlich nicht nur da) ziemlich dicke im Kopf, daß aus .de nur Wirtschaftssimulationen kommen wo man stundenlang Tabellen hin- und herschiebt. Ja, wir hatten die NLT, Drakensang, Sacred und ein paar Adventures und CryTek saß(?) ja auch mal hier. Aber irgendwie wurden Spiele hierzulande jahrelang nicht ernstgenommen oder gefördert. Dazu dann diese alberne Jugendschutzhuddelei. Dabei dürfte Deutschland EU-weit noch den meisten Absatz im Bereich Unterhaltungssoftware haben.

Und Dead Island ist gut (gelaufen) weil es ein Spiel mit Zombies ist. ;) Es steht bei mir ganz oben auf der will-haben-Liste.


PS: Es heißt Cholera. Oder ist Kollera irgendwas mit Koller? Der Steam-Koller? :P

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Re: Leider wohl doch Steam

Beitragvon a840424 » Sa 14. Apr 2012, 20:21

Adarion hat geschrieben:Aber was hindert denn daran auch andere Vertriebswege zu nutzen (ohne Steam-Aktivierung)? (Boxverkauf über Geschäfte, Amazon,... Desura online und sonstwas.)


Soweit ich das mitbekommen habe: Ein Vertrag mit Valve der "Steamworks" heisst. Valve produziert fuer dein Spiel mehr Werbung, und du darfst ein paar Hilfsfunktionen verwenden, damit dein Spiel dann die bei der umsatzstaerksten Absatzgruppe in Mode gekommenen Popups bei erfolgreichem Druecken von Knoepfen (auch "Achievments" genannt) anzeigt, und du sagen kannst, dass das Spiel vor Cheatern geschuetzt ist, weil es "VAC" hat (was in der Praxis nicht stimmt, wie DNF, MW3 und andere Spiele beweisen). Ausserdem ist alles in der Cloud, was nur Vorteile fuer den Kunden hat (In Wirklichkeit nur Nachteile, dafuer Vorteile fuer Firmen). Ausserdem funktioniert das Verdecken des Bildschirmes durch geistigen Durchfall, falls ein anderer Steam-Benutzer dir eine Nachricht schickt, automatisch. Das ist sozial und braucht oben genannte umsatzstaerkste Absatzgruppe einfach, weil sie zu faul oder dumm zum Aufsetzen eines Teamspeak Servers bzw. suchen von echten Freunden ist.
Der Nachteil ist dass du keine Version der Software ohne Steamzwang verkaufen darfst (zumindest habe ich kein Spiel gesehen das das Gegenteil beweist).

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Re: Leider wohl doch Steam

Beitragvon Xzar » Sa 14. Apr 2012, 20:43

zumindest habe ich kein Spiel gesehen das das Gegenteil beweist

Limbo... gibts jetzt auch entdampft...in einer _RICHTIG_ schönen Verpackung...

PS. mit dabei ist eine Seriennummer mit der du das Spiel Freiwillig bei Dampf anmelden kannst - so man denn mag
Das gute am Älterwerden ist: Irgendwann hört es auf.

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Re: Leider wohl doch Steam

Beitragvon a840424 » So 15. Apr 2012, 02:32

Xcar:
- Du meinst "Limbo - Collector's Edition"? Sorry, auf http://limbogame.org ist nur auf Amazon verlinkt, und dort steht auch nicht eindeutig, dass das Spiel kein Steam benoetigt. Wenn ich das sicher weiss, werde ich mir es definitiv holen, das trifft absolut meinen Geschmack. Hast du diese Version installiert und weisst es? Sorry dass ich diesbezueglich nur noch sichere Quellen vertraue, weil ich in letzter Zeit sehr oft hereingefallen bind (z.B. Postal 3 auf CD von USA bestellt, nur um dann herauszufinden, dass mich der Webmaster verarscht hat und die CD Version doch nur der Steam-Installer ist).
- Ich habe nirgens gefunden, dass es ein "Steamworks" game ist, sondern seit Release leider nur unter Steam kaufbar. Dass es jetzt anscheinend auch ohne verkauft wird, ist absolut zu begruessen und der Idealzustand.

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Re: Leider wohl doch Steam

Beitragvon Xzar » So 15. Apr 2012, 06:42

Ich habe es hier, am Fr. gekauft - wie gesagt: komplett ohne Steam spielbar - hat aber für Dampffreunde noch eine Regisrierungsnummer dabei mit der man das Spiel bei Steam anmelden KANN um auch dessen Vorteile zu nutzen...
Das gute am Älterwerden ist: Irgendwann hört es auf.

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Re: Leider wohl doch Steam

Beitragvon a840424 » So 15. Apr 2012, 13:19

Xczar: Vielen Dank! Hab' mit der Info auf unserer Clanseite gleich Werbung gemacht :-)

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Re: Leider wohl doch Steam

Beitragvon Fehlerquelle » So 15. Apr 2012, 18:46

a840424 hat geschrieben:
Adarion hat geschrieben:Ausserdem ist alles in der Cloud, was nur Vorteile fuer den Kunden hat (In Wirklichkeit nur Nachteile, dafuer Vorteile fuer Firmen).
[...]
Das ist sozial und braucht oben genannte umsatzstaerkste Absatzgruppe einfach, weil sie zu faul oder dumm zum Aufsetzen eines Teamspeak Servers bzw. suchen von echten Freunden ist.


Ich hab gehört, dass Steam annähernd so tragisch sein soll wie Origin - ABER ich bin faul UND dumm und hab echte Freunde auch abseits von Steam. Ich find Steam praktisch und es stört mich nicht, dass dieses Spiel (das vermutlich toll ist, auch wenn es bei Steam ist) nur über Steam spielbar ist.. eben aus den bereits genannten Gründen... Um es aber nochmal hervorzuheben, wie faul und dumm ich bin, mach ich es den Fleißigen und Intelligenten leichter:

Die prereflektive Masse ist
a840424 hat geschrieben:
Adarion hat geschrieben:faul oder dumm

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Re: Leider wohl doch Steam

Beitragvon a840424 » Mo 16. Apr 2012, 21:27

Fehlerquelle: :-) Ja, ich weiss, uebertriebene Verallgemeinerungen sind in Einzelfaellen immer falsch, wie du mit deiner guten Retourkutsche beweist. Dass 99,999% der Steam/Origin/Facebook/etc. Benutzer aber zu so reflektiertem Sarkasmus wie Du nicht faehig sind (und sich persoenlich Angegriffen fuehlen wenn man ihr Portal schlechtmacht), lasse ich auch mal als Behauptung so stehen.

Ich will eigentlich nur dass sich Spiele wieder ein wenig von dieser Richtung zurueckentwickeln:
Bild

Dass solche Spiele dann mit so schlimmen Datenschutzschreck-Wrappern versorgt sind, kommt nicht von ungefaehr. Denn Leute die sowas gerne zocken, denen ist Datenschutz auch egal


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