Das Ende [Spoiler, was sonst?]

Benutzeravatar
Lord BenneX
Fahrer(in) des Doktors
Beiträge: 5
Registriert: Do 9. Apr 2015, 19:55

Re: Das Ende [Spoiler, was sonst?]

Beitragvon Lord BenneX » Do 9. Apr 2015, 20:44

Auch wenn ich davon ausgehen muss, dass Poki das niemals liest - Hier nochmal meine Meinung zum Ende.

Ich bin etwas spät dran - Weil ich mir für die Reihe sehr viel Zeit nehmen wollte und dann immer wieder was dazwischen kam, bis ich endlich mit Ruhe zocken konnte. Gestern habe ich dann endlich auch Deponia 3 beendet.

Ich habe von Teil 1 an Deponia absolut geliebt und es wurde von Teil zu Teil immer grandioser. Kein, wirklich KEIN Spiel hat es bisher geschafft mich auf eine solch krasse Achterbahnfahrt von Emotionen zu schicken. Wie Deponia mit meinem Empfinden von Komik und Tragik Seilgesprungen ist war schon wirklich faszinierend. Alleine dafür bin ich dir nicht nur undenklich dankbar, sondern muss dir auch meinen größt möglichen Respekt zollen. Die ganze Story, die Charaktere, die Dialoge, Anspielungen, Witze und so weiter sind einfach großartig. Von "Vor lachen auf dem Boden kugeln" über "Das ist jetzt nicht euer Ernst" bis hin zum "Kloß im Hals" war einfach alles dabei. Das ganze gipfelte dann am Ende in der Rotorszene, wo man nach längerem hin und her nur noch einen Klick zu erledigen hat, bevor das Ende seinen Lauf nimmt. Bis zu letzt dachte ich, gleich kommt noch was. Irgendwas holt ihn da aus der Luft, und wenn es ein fehlgeschlagener Fluchtplan von damals ist, der ihn Schlussendlich doch noch nach oben zu Goal bringt. Aber nein, all die ganze Zeit, die man mit Rufus verbracht und ihn irgendwie auch liebgewonnen hat, wird einfach so, wie mit einem Vorschlaghammer auf die Frontscheibe eine Schrottplatz Autos, zertrümmert. Pure Fassungslosigkeit. :|

Ich habe deine Kommentare hier gelesen und verstehe das Ende. Aber es gefällt mir dennoch einfach nicht. Ich bin eigentlich nicht der Mensch, der immer ein Happy End braucht und doch ist es das, was ich mir am meisten gewünscht hätte. Weil es hier einfach gepasst hätte. Wären alle nach Utopia abgereist, hätte man auch keine Fragen mehr gestellt. Ende gut alles gut, alle gerettet, Rufus hat das Mädchen bekommen und gut ist. Niemand hätte eine Fortsetzung gebraucht. Aber gut, das wäre dann wohl zu einfach?! gewesen... Multiple Enden waren keine Option?

Am meisten stört mich, dass einfach alles offen gelassen wird. Was wird nun aus Deponia und Elysium? Was nutzt es Rufus, wenn er jetzt los lässt und Goal damit "rettet", wenn Elysium kurze Zeit später auf Deponia stürzt und ohnehin alle sterben? Sein Job war doch noch gar nicht beendet! Nein irgendwie lässt Rufus, durch das offene Ende angedeutet, einfach nur alle im Stich und damit ist er nicht der selbstlose Held sondern der feige Egomane, dem das Schicksal aller anderen egal ist. Oder soll man ernsthaft glauben Cletus die Nulpe schafft es Elysium zu retten? Rufus' Opfer wäre nur dann ein würdiges Ende gewesen, wenn danach auch wirklich erkennbar alle gerettet gewesen wären. Aber in dieser Situation war es einfach nur dumm und passt nicht zu Rufus. Rufus hat nie aufgegeben und gerade in so einer prekären Situation, in der er offensichtlich niemanden rettet, tut er es dann? Hmpf.

Ich bleibe dabei, ich liebe die Deponia Reihe - Aber das Ende ist Müll... Müll ... noch mehr Müll...
Zuletzt geändert von Lord BenneX am Di 12. Mai 2015, 12:51, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
Orties
Clown(in) der Traurigkeit
Beiträge: 2
Registriert: Di 5. Mai 2015, 08:40

Re: Das Ende [Spoiler, was sonst?]

Beitragvon Orties » Di 5. Mai 2015, 17:03

It's a shame I never really got into German during school or otherwise I'd probably be writing here in that language without having to feel like an outsider.

Anyway, I really didn't mind the ending. It's tragic and open enough to comply with my preference in storytelling. It really takes a depressing ending to make one feel. And that's basically the reason I'm writing this; to vent some of that sadness and to hopefully alleviate ambivalence about the future of the series.

I read the post where Poki assured that this was the end destined for Rufus and I'm fine with that. I'm also fine with the fact that we might never hear from Rufus again in any form. He's made it pretty clear that Rufus is dead in his past posts. However, it would be a shame if the whole universe got killed just due to how the Deponia trilogy's ending was handled. The story is not yet over for Goal or the deponians who were fortunate enough to hitch a ride to Elysium. After all, we know Elysium is going to either run out of resources first or fall down from orbit back to the surface of Deponia lest the elders go back on their decision to not detonate the planet. That is basically what I'd love to see for the Deponia universe in the future. A story of how those things unfold through the eyes of, say, Goal or whatever. After all, most of the important supporting characters are on the cloud city. Most of all I'd prefer to see some kind of closure for Goal now that Rufus' arc is over.

So really it all comes down to the question of whether or not the universe has any chance of continuation. That's the thing that bothers me the most. And I haven't found a definitive answer to that question on these forums yet.

Benutzeravatar
cahdoge
Clown(in) der Traurigkeit
Beiträge: 2
Registriert: Di 26. Mai 2015, 19:23

Re: Das Ende [Spoiler, was sonst?]

Beitragvon cahdoge » Di 26. Mai 2015, 20:19

Ich hab mir vorletzte woch die Triologie gekauft und Gestern zuende Gespielt.

An dem Ende hab Ich stundenlang geknabbert, aber zum schluss macht alles Sinn, denn Rufus kann Elysium nicht erreichen bzw. wenn er es täte würde er, allein dadurch, dass er nun einmal Rufus ist innerhalb von wenigen Tagen von Elysium runtergeschmissen, oder er würde sich trotz allem zu tode langweilen. Denn (wie er es im Spiel immer wieder betont) er zieht er immer eine Schneise der Verwüstung hiter sich her. Selbst das er sich opfert, damit Goal überlebt, zerstört noch etwas.

In der Konstellation die im Lauf der Geschichte entstand, war es die einzige letzte, Konsequenz. Desshalb ist ein vierter Deponia-Teil sehr unwahrscheinlich, denn es gibt (fast) nichts mehr zu erzählen.

Und das bringt mich zum Hauptpunkt.
Rufus stirbt, weil Goal ihm trotz aller Liebe nchit uneingeschränkt vertraut. Aber es ist auch lögisch, warum sie es nicht tut, trotz alledem GOAL HATS VERMASSELT. Rufus ist zwar nciht ganz unschuldig daran, aber trotz dem.
Goal hat ihn ja, noch bevor sie entgültig richtung Elysium aufbrachen, verteitigt und gesagt, dass er es wirklich selbstlos und für Deponia macht. Und sein Sturz war der ultimative Bewis. In diesem moment merkt Goal auch schon, dass es doch Rufus ist der da abstürzt, denn bei Cletus konnte sie es sich auch nicht vorstellen, und bei Argus schon garnicht.

Un das während dem Sturz Barry auftaucht ist auch nur dazu da, damit der Spieler das Ende besser verdauen kann.

So ist das halt beim Drama (Ich finde die Deponiatriologie ist eine tragische Verwechslungskomödie).
Meiner Ansicht nach ist das Ende, das schönste, schlimste und das einzig mögliche Ende.

Edit: Ich weiß auch nicht, aber das Ende erinnert mich entfernt an das Ende von Homo Faber.

Benutzeravatar
Morgaln
Clown(in) der Traurigkeit
Beiträge: 3
Registriert: Fr 12. Jun 2015, 18:28

Re: Das Ende [Spoiler, was sonst?]

Beitragvon Morgaln » Fr 12. Jun 2015, 20:14

Hallo,


ich habe vor einiger Zeit die Deponia-Reihe entdeckt und vor ein paar Tagen endlich den dritten Teil durchgespielt. Als Warnung vorweg, das wird jetzt sehr lang!


Ich muss ehrlich sagen, ich fand das Ende entsetzlich. ich war wütend, enttäuscht, traurig und ganz besonders tat es mir für Goal leid, die nun wirklich am wenigsten für alles konnte. Ich habe extra ein paar Tage gewartet und in dieser Zeit auch mal diesen Thread gelesen (bis ca. Seite 30), um die Meinungen von anderen Leuten zu hören und vielleicht ein paar Nuances zu erkennen, die an mir vorbeigegangen sind, aber meine Meinung ist dann doch geblieben. Dieses Ende passt einfach nicht zu Deponia und zu Rufus, und bei aller Dramatik die in der Geschichte auch enthalten war bleibt es schlußendlich doch eine Komödie mit Cartoon-Physik und damit ist das Ende einfach nicht zu vereinen.
Ich möchte auf ein paar Punkte in Posts eingehen die ich gelesen habe und die soweit ich sehen konnte sonst niemand kommentiert hat:

@ Poki: Zum Einen sagtest du dass dies deiner Meinung nach das beste Ende war, weil es das schwierigste ist. Dem kann ich nur wiedersprechen. Im Gegenteil, es ist in meinen Augen das einfachste Ende, das ein Autor schreiben kann, weil es nichts auflöst und keine Plotlinie wirklich zu Ende bringt. Deponia ist zwar für den Augenblick gerettet, aber Elysium hängt immer noch wie ein Damoklesschwert über der Welt ohne Lösung in Sicht. Elysiums Versorgungsproblem ist gewachsen statt kleiner zu werden, Energie für die Reise nach Utopia ist nicht vorhanden, und die Organons sind zwar führerlos aber trotzdem immer noch eine Gruppe von potentiellen Rebellen, die nicht einmal Angst vor dem Tod haben. Zudem ist das Schicksal von Argus ungewiss, denn bei Cartoon-Physik ist weder sein Tod noch der von Rufus sicher. Hier wurde also für nichts eine Lösung gefunden. Das macht es natürlich auch für den Autor einfach, weil er sich gar nicht erst Gedanken machen muss, wie ein Plot aufgelöst werden kann wenn er es überhaupt nicht vorhat. Es bringt aber auch nichts zum Abschluss, was für das Publikum sehr unbefriedigend ist.
Es gibt einen Klassiker der Filmgeschichte, den wahrscheinlich die meisten kennen, und der etwas Ähnliches macht; Monthy Python's "Ritter der Kokosnuss", in dem am Schluss die Polizei auftaucht und einfach alle verhaftet. Hier werden ebenfalls alle Handlungsstränge abrupt abgebrochen; allerdings gibt es ein paar Gründe warum es bei diesem Film funktioniert. Zum einen ist es in diesem Film (wie bei Monthy Python generell) etabliert, dass zusammenhanglose Dinge plötzlich die Handlung unterbrechen; zum anderen ist das Ende lustig und bricht damit nicht mit dem generellen Ton des Films sondern setzt einfach noch einmal einen oben drauf. Dazu kommt natürlich, dass es nicht das eigentlich geplante Ende für den Film war; Monty Python ist einfach das Geld ausgegangen und so konnten sie die angedachte Endschlacht nicht mehr drehen.

Es ist auch einfach nicht richtig, dass Rufus sein Ziel nicht erreichen darf weil, um das mal zu paraphrasieren, sein Ziel sein Lebensinhalt ist. Natürlich wird er sich auf Elysium nicht zur Ruhe setzen und faulenzen, sondern er wird sich ein neues "unmögliches" Ziel suchen. Das ist sehr menschlich und passiert jeden Tag im wirklichen Leben. Und bloß weil Rufus auf Elysium auf Dauer nicht glücklich wird heißt das ja nicht, dass er diese Erfahrung nicht trotzdem machen darf und kann.
Dazu kommt dann noch der Seitenhieb gegen die Fans; denn wer ist Barry, wenn nicht die Karikatur von uns, den Leuten die Sympathie für Rufus empfinden, ihn auf seinem ganzen Weg begleitet haben und bis zum Ende bei ihm bleiben und auf seiner Seite sind. Als Dank dafür bekommt er einen Satelliten an den Kopf und wird von Rufus noch ausgelacht. Das ist für mich ein Schlag ins Gesicht für die Fans, buchstäblich und metaphorisch. Ich hatte hier durchaus das Gefühl, dass der Autor mich dafür bestrafen wollte dass mir Rufus am Herzen liegt (auch wenn mein Favorit unter den Charakteren Goal bleibt), und fühlte mich deswegen auch leicht verarscht.

Dass die Endsituation unlogisch ist und Rufus Sprung eigentlich zum Tod von allen drei Alpha-Klonen hätte führen müssen wurde schon hinlänglich diskutiert; ich wollte aber mal den Leuten antworten, die gesagt haben, Goal hätte nicht genug Zeit gehabt, Hilfe zu holen: auf dem Schiff waren 11000 Organon. gehen wir mal davon aus, dass die jeder ca. 30 Sekunden brauchen, um das Schiff zu verlassen (wahrscheinlich ist diese Zahl viel zu gering), dann reden wir hier von 5500 Minuten, bis alle von Bord sind. Das sind 91,67 Stunden oder fast vier Tage! Wir wissen aus der Rede des Elysianers am Ende, dass die Organons alle gerettet wurden. Hätte Goal wirklich vier Tage gebraucht, Hilfe zu finden? Natürlich ist das eher ein Problem, dass viele Autoren in allen Genres haben, dass sie gerne mal Zahlen in den Raum werfen ohne sich Gedanken darüber zu machen, was diese Zahlen faktisch bedeuten, aber die Konsequenz ist doch, dass es sehr unglaubwürdig klingt, dass die Zeit nicht gereicht hätte. Abgesehen davon, dass Goal auch einfach ihren Vater hätte bitten können, die Maschinen (oder falls möglich nur den einen Propeller) für zwei Minuten abzuschalten, damit die drei sich in Sicherheit bringen können.

Es gibt auch ein paar Posts, die Leute die das Ende nicht mögen mit den Worten abtun, dass das Publikum halt für wahre Kunst noch nicht bereit ist. Kunst liegt aber immer im Auge des Betrachters und ist subjektiv; die Meinung des Einen macht die des Anderen nicht unwahr; deswegen habe ich auch kein Problem damit, dass vielen Leuten das Ende gefällt. Aber jetzt stellt euch vor ich male ein Bild; ein wahres Kunstwerk, technisch und ästhetisch großartig. Aber in der Mitte des Bildes lasse ich eine große Fläche einfach leer; weiße Leinwand, und am unteren Ende sieht man gerade noch die Füße von einer Person, die da stehen sollte, wo die leere Fläche ist. Dann wird es sicher Leute geben, die das also große Kunst bewerten und die unglaubliche Dinge in dieses Bild hineininterpretieren; aber viele Leute werden auch einfach sagen "warum, zur Hölle, hast du das Bild nicht fertig gemalt?" Und genau so fühlt sich für mich das Ende von Deponia auch an; unfertig; die letzten Pinselstriche fehlen einfach um ein rundes Gesamtbild zu bekommen.

Ich bin beileibe kein Mensch, der ein Happy End haben muss. Im Gegenteil, es gibt viele Geschichten, denen es guttut, kein Happy End zu haben. Als Beispiel kann ich ganz besonders einen alten britischen Zeichentrickfilm namens "The Plague Dogs" (zu deutsch: "Die Hunde sind los") anführen. Das Buch auf dem der Film basiert stammt von Richard Adams (der auch "Watership Down" geschrieben hat) und handelt von zwei Hunden, die aus einem Versuchslabor ausbrechen; um die nicht gerade publikumswirksamen Tests zu verschleiern gibt das Labor die Meldung heraus, dass die Hunde Pest hätten und beginnen damit eine Hetzjagd auf die beiden Tiere. Buch und Film haben im Groben die gleiche Handlung und sind extrem düster, mit einem gewaltigen Unterschied: das Buch hat ein Happy End, der Film nicht. Dazu kommt im Film noch eine unglaublich rührende Schlußszene,
Spoiler: show
in dem Snitter, der die ganze Zeit die treibende Kraft hinter der Flucht war den Mut verliert und Rowf, der die ganze Geschichte über am Erfolg zweifelt in dazu animiert, nicht aufzugeben.
Das macht den Film um Meilen besser, weil das Happy End des Buches kein bisschen zum Ton der Geschichte passt.

Ähnlich ist der Fall bei einem anderen Videospiel, das ich sehr schätze; "Enslaved: Journey to the West" hat es ebenfalls geschafft, Charaktere zu zeichnen, die mir sehr schnell ans Herz gewachsen sind. Am Ende des Spieles gibt es auch ein heldenhaftes Opfer um die anderen Charaktere zu retten, aber hier wird die Ausweglosigkeit der Situation auch sehr gut dargestellt und die Dialoge passen sehr gut in die Situation, so dass die Motivation auch glaubwürdig scheint. dazu kommt, dass die Endsequenz mit einer moralisch sehr zweideutigen Note endet, sogar noch mit einem sehr passenden letzten Satz ("Did I do the right thing?") der klarmacht, dass auch den Charakteren dieser moralische Zwiespalt bewusst ist. Das Ende ist damit bei diesem Spiel ebenfalls offen, denn keiner weiß, welche Auswirkungen die getroffene Entscheidung haben wird, und es gibt gute Argumente für beide Seiten ob die Handlung am Schluß richtig war. Um den vergleich zu Deponia herzustellen, auch wenn das Ende die Zukunft offenlässt so ist die Geschichte des Spiels trotzdem abgeschlossen; die Reise nach Westen ist beendet, Trip hat ihr Ziel erreicht und die Fragen die durch die Geschichte aufgeworfen wurden sind zumindest größtenteils beantwortet. Es gibt genug Potential für eine Fortsetzung (unwahrscheinlich aufgrund der Verkaufszahlen) aber die Geschichte kann problemlos auf eigenen Beinen stehen.

Aber bei Deponia ist das anders; die ganze Handlung fusst darauf, dass Rufus eben niemals aufgibt und der generelle Ton ist ein positive, von Hoffnung getragene Geschichte. Das Ende bricht damit komplett, zumal das Opfer von Rufus sehr aufgezwungen wirkt und nicht zuletzt wegen der Logikfehler am Ende nicht notwendig scheint. Dazu kommt, wie oben erwähnt, das Fehlen jedglicher Auflösung für die Plotstränge, so dass man nicht einmal das Gefühl eines Abschlusses hat. Ich finde, dass bei Deponia sehr gut auch ein Happy End gepasst hätte, denn ein positives Ende schmählert eine Geschichte nicht automatisch, genauso wie ein schlechtes Ende eine Geschichte nicht automatisch besser macht. In vielen Fällen, wo über ein zu positives Ende gejammert wird (die sogenannten Hollywood-Enden, die keineswegs synonym sind mit Happy End, sondern nur eine Untergruppe derselben), war die Geschichte von vorherein mit starken Schwächen behaftet und das Ende war einfach nur das i-Tüpfelchen. Das kann man von einer starken Geschichte wie bei Deponia in keiner Weise behaupten und so hätte auch ein (zumindest teilweise) positives Ende den Spielen nicht geschadet. Mein persönlicher Favorit wäre hier, dass Goal Rufus nachspringt und die beiden gemeinsam auf Deponia landen während der Rest auf dem Boot Elysium erreicht. Wobei ich auch gerne eine Szene gesehen hätte, in der Cletus noch einmal zeigt, dass er auf seine Weise ebenfalls etwas für Goal empfindet und dass ihm etwas daran liegt, Elysium zu retten, den im dritten Teil hat er seine Rolle als Bösewicht in meinen Augen eigentlich aufgegeben.

Ich habe vorher nur zwei andere Daedalic-Adventures gespielt, Satinav's Ketten und Memoria. Beide haben kein echtes Happy End, aber beide Enden sind sehr schön und stimmig; sie passen zum Ton der Geschichte und zu den Charakteren. Ich muss hier besonders den Vergleich zu Memoria ziehen; auch hier gibt es einen Charakter, den ich sehr ungern habe sterben sehen
Spoiler: show
Bryda
, und ich habe um diesen Charakter getrauert. Aber sein Schicksal passt in die Geschichte, und auch wenn ich ihm etwas besseres gewünscht hätte so hat sein Tod dann doch wunderbar in die Handlung gepasst.

Ich habe natürlich gelesen, dass es keinen vierten Teil geben wird, was ich völlig in Ordnung finde, da es die Entscheidung von Poki und Daedalic ist und nicht meine. Ich fände es auch falsch, das Spiel jetzt nachträglich zu ändern, um ein anderes Ende anzubringen; das ist ähnlich wie Filme zu schneiden und gehört sich einfach nicht. Persönlich würde ich mir einen vierten Teil wünschen, der die Geschichte zu einem besseren Abschluss bringt, aber mir ist klar, dass das nicht passieren wird. Dennoch war mir wichtig, hier einmal meine Meinung abzugeben. Leider bedeutet dieses Ende, dass ich Deponia auf lange Zeit nicht noch einmal spielen können werde; Teil eins und zwei enden beide mit der Hoffnung, dass noch nicht alles vorbei ist und noch eine Chance besteht, alles zu ändern, und zu wissen dass diese Hoffnung falsch ist wird mir den Spaß an den Spielen nehmen. (Eine ähnliche Situation hatte ich mit der Fernsehserie "ALF", die ich nach dem, was am Ende passiert auch auf Jahre hinaus nicht mehr genießen konnte). Ich werde die Spiele deshalb auch nicht weiterempfehlen können, so großartig ich sie in anderer Hinsicht auch finde.

Benutzeravatar
Nexus
Clown(in) der Traurigkeit
Beiträge: 3
Registriert: So 2. Aug 2015, 22:19

Re: Das Ende [Spoiler, was sonst?]

Beitragvon Nexus » So 2. Aug 2015, 22:54

So, ich würde dann auch gerne noch was sagen, ich bin ja auch nur zwei Jahre zu spät für die Diskussion dran. Ne, aber im Ernst, das Ende wird mMn viel zu negativ gesehen. Begründung:
Zum einen, ja, es ist kein sehr befriedigendes Ende. Es ist weder ein Happy End, noch werden alle Handlungsstränge aufgelöst, noch hat man am Ende wirklich Klarheit über Rufus' Schicksal. Das hat mich zuerst auch gewurmt, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto besser gefällt es mir. Das liegt zum einen daran, dass es sehr konsequent ist. Rufus strebt seinem Ziel mit einer einzigartigen Mischung als Witz und Wahnsinn hinter. Dabei geht es, wörtlich wie sprichwörtlich, immer weiter hinauf. Doch wer hoch steigt, der fällt auch tief. Und das passiert, immer und immer wieder. Seit er sich auf den Organon-Kreuzer schießt und Goal trifft - und dann wieder fällt - erlebt der Spieler das mit, aber (wie von Poki selbst schon genannt) sehen die anderen Charaktere das schon seit Rufus' früher Kindheit mit an. An der letzten (moralischen) Prüfung kommt er nicht vorbei - wäre er wirklich das 100%ige Arschloch, das er häufig raushängen lässt und das alle (außer vielleicht Goal) in ihm sehen, dann hätte er sein Ziel bereits mehrfach vor Teil 3 erreichen können. Er will seine persönliche Utopie (bzw seine Vorstellung davon) erreichen, aber das nötige Opfer bringen kann er nicht.
Natürlich erwartet der Spieler, der Spannungsbögen mit Happy End gewohnt ist, dass es nach all den Rückschlägen am Ende zum Durchbruch kommt und Rufus glücklich und zufrieden in Elysium Cocktails schlürft. Aber natürlich widerspricht das Rufus' Charakter und dem Konzept der Geschichte komplett und es kommt, wie es eigentlich von Anfang an kommen musste, auch wenn man das nicht wahrhaben wollte. Unterm Strich hat Rufus mit einem letzten Satz alles noch mal zusammengefasst: Der echte Rufus würde sich niemals ändern. Und darum geht's am Ende dann auch wieder abwärts. Natürlich lachend, also mit Witz und Wahnsinn. Von daher ist das Ende eben mMn nicht besonders befriedigend, aber ein absolut passendes und daher richtiges.

Ich finde es schön, dass die Reihe sich letztlich treu geblieben ist, obwohl der Aufschrei vieler Fans zu erwarten gewesen war. Dafür ein großes Lob!

Benutzeravatar
Jagotunes
Clown(in) der Traurigkeit
Beiträge: 1
Registriert: Fr 7. Aug 2015, 18:25

Re: Das Ende [Spoiler, was sonst?]

Beitragvon Jagotunes » Fr 7. Aug 2015, 18:30

ich teile diese Meinung genau so und ich finde das vielleicht, obwohl es ziemlich unwarscheinlich ist vielleicht ein neues Abenteuer eingebaut wird. Den ich fand das Ende doch ziemlich enttäuschend. :cry:

Benutzeravatar
E S
Clown(in) der Traurigkeit
Beiträge: 1
Registriert: Di 1. Sep 2015, 23:46

Re: Das Ende [Spoiler, was sonst?]

Beitragvon E S » Di 1. Sep 2015, 23:55

Nachdem der Fan in den Satelliten gekracht ist hatte ich sofort erwartet, dass Rufus genau in die Klonmaschine kracht...

Aber das muss er doch gar nicht. Es muss ja nur irgendjemand oder irgendwas den Hebel betätigen, die Klonmaschine steht ja da und wartet darauf Rufiiis herzustellen, ggf. Baby-Rufiiis.
Und Rufus kam ja sozusagen (nach Aussage seines Vaters) genau so in Deponia überhaupt an. Also ist es sehr wahrscheinlich, dass Rufus sein Leben noch mal ganz von vorne beginnt... und Cletus... und Argus.

Benutzeravatar
ph-ludowin
Fahrer(in) des Doktors
Beiträge: 8
Registriert: Di 21. Jan 2014, 23:56

Re: Das Ende [Spoiler, was sonst?]

Beitragvon ph-ludowin » So 13. Mär 2016, 20:58

Nachdem ich längere Zeit nicht aktiv war, erlaube ich mir einmach mal, diesen alten Thread nach oben zu holen. Denn wie wir mittlerweile wissen: Das Ende ist nicht das Ende. :D

Wann ich mir Deponia Doomsday zulegen werde weiß ich noch nicht. Seit letztem Jahr besitze ich eine Xbox One, und meine Computer haben Windows 10. Also überlege ich noch ob ich die PC-Version riskiere, oder ob ich auf die Xbox-Version warte.

Aber dies ist ein Thema für das Deponia Doomsday Forum.
Alles ist möglich, und nichts ist sicher.


Zurück zu „Allgemein / General“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast