Gedanken zum Ende [ACHTUNG: SPOILER!]

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Belgabor
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Re: Gedanken zum Ende [ACHTUNG: SPOILER!]

Beitragvon Belgabor » Mi 13. Nov 2013, 03:58

Ich möchte niemand seine Entscheidung abspenstig machen, aber ich sehe das exakt wie Geron1985.
Die Alternative ist für mich, um es mal (pseudo-)juristisch auszudrücken, unterlassene Hilfeleistung mit Todesfolge.

Insbesondere in den Youtube-Kommentaren von Trashtazmanis Extrafolge haben einige das Rabenende mit der Argumentation verteidigt das man jemanden auch gehen lassen können müsse. Das kann man natürlich so sehen, ich finde aber das man das hier nicht ganz anwenden kann. Scheinbar natürlich schon, doch gibt es meiner Ansicht nach im realen Leben keine "gehen lassen" Situation die mit der gegebenen wirklich vergleichbar ist.

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KrawallHaase
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Re: Gedanken zum Ende [ACHTUNG: SPOILER!]

Beitragvon KrawallHaase » Di 19. Nov 2013, 11:51

Auch ich habe beide Enden gespielt, mich aber zunächst für die Rückverwandlung entschieden. Mir erscheint dies auch richtiger:
Nuris wahres Wesen ist das einer Fee. Auch, wenn sie ihr Gedächtnis verloren hat, ist für mich das Leben als Rabe etwas Falsches, Unnatürliches, eine Lüge. Als sie noch "zurechnungsfähig" war - um hier auch mal die Parallele zu Kranken aufzugreifen - wollte sie zurückverwandelt werden, und diesem Wunsch würde ich folgen wollen.

Aber dem alternativen Ende kann ich auch etwas abgewinnen. Es wirkte einfach wunderbar poetisch. Trotzdem nicht befriedigend, denn ich glaube, die Chancen stehen hoch, dass Nuri schon auf dem Weg zum Meer vergisst, was sie wollte, und das Meer dann nicht mehr genießen kann, weil sie "nur" noch ein Vogel ist. Außerdem ist die Aussicht, dass sie zu Geron zurückkann, ja auch nur ein gut gemeinter Traum, eine träumerische Schönmalerei, denn daran wird sie sich nicht mehr erinnern können.
Dennoch glaube ich, dass eine Fee auch als Vogel glücklich sein könnte, auch wenn sie selbst diese Entgültigkeit noch erkennen würde, denn Nuri hat die Tiere ja geliebt.

Trotzdem finde ich die Lösung, sie nicht zurückzuverwandeln, etwas zu abstrus, nach dem, was Nuri sich selbst einst gewünscht hatte. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Nuri nach Gerons langem Bericht wieder Freundschaft und Liebe zu ihm empfindet, und da sie tief im inneren doch eine Fee ist (und ihre Seele feeisch ist), wird sich auch ein Teil von ihr immer erinnern, und sei es nur in Gefühlen und Ahnungen. Aber die sind für eine Fee doch fast alles!

Schade finde ich an den 2 Wahlmöglichkeiten, dass ich es nun für unwahrscheinlich halte, dass Gerons und Nuris Geschichte noch weiter erzählt wird. Andererseits war das bei Edna bricht aus auch kein Hinderungsgrund für Daedalic ;-) Und es gibt noch genug andere Geschichten zu erzählen um Aventurien, und vielleicht auch um einige andere Charaktere, die uns im Laufe von Geron und Nuris Geschichte begegnet sind ;-)

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Bradley
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Re: Gedanken zum Ende [ACHTUNG: SPOILER!]

Beitragvon Bradley » Fr 29. Nov 2013, 22:00

KrawallHaase hat geschrieben:Schade finde ich an den 2 Wahlmöglichkeiten, dass ich es nun für unwahrscheinlich halte, dass Gerons und Nuris Geschichte noch weiter erzählt wird. Andererseits war das bei Edna bricht aus auch kein Hinderungsgrund für Daedalic ;-) Und es gibt noch genug andere Geschichten zu erzählen um Aventurien, und vielleicht auch um einige andere Charaktere, die uns im Laufe von Geron und Nuris Geschichte begegnet sind ;-)


Genau das stand auch für mich fast im Vordergrund. Ich habe mir beim Ende als erstes gedacht das es wohl nur bedeuten kann, dass sie keinen weiteren Teil mit den gleichen Charakteren herausbringen wollten. Hätten sie das von Anfang an so geplant (wie etwa bei Deponia) dann hätten sie sich sicher nicht ohne Not ein solches Dilemma beschert.

Das finde ich natürlich etwas schade. Zwar ist es auf jeden Fall mutiger ein solches Ende zu bringen, als ein eher standardisiertes Happy End, jedoch bleiben mir zu viele Fragen offen als das ich es als ein befriedigendes Ende empfinde. Ich empfand schon den Schluss von Satinavs Ketten als zu abrupt, konnte mir das jedoch sehr leicht schönreden, da es mit Memoria ja immerhin eine Fortsetzung dazu gab.

Naja ich hoffe trotzdem mal gegen jede Vernunft das es doch irgendwie eine Fortsetzung geben wird, auch wenn es dazu derzeit darauf wohl nicht den geringsten Hinweis gibt.

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Re: Gedanken zum Ende [ACHTUNG: SPOILER!]

Beitragvon Geron1985 » Mi 4. Dez 2013, 22:23

Schön zu sehen, dass sich hier im Thread noch so einiges getan hat. :)
Es kristallisiert sich doch so ein wenig heraus, dass der größere Teil der Spieler Nuris Rückverwandlung für die bessere Wahl hält.

Ich kann hier nur zustimmen. Wie KrawallHaase schon sagte, finde auch ich es einfach unnatürlich und falsch, dass Nuri ein Rabe ist. Und so lange sie noch wusste, was sie einmal war, so lange sie sich noch an sich selbst erinnern konnte, wollte sie wieder eine Fee werden.

Ich möchte hier auch noch etwas Anderes in den Raum werfen: Ein weiteres Problem dürfte sein, dass Nuri über gar keine Instinkte eines Raben verfügt, die sie aber dringend benötigen würde, um als Rabe in der Wildnis zu überleben. Dies merkt man alleine schon daran, dass sie unbedingt reisen möchte. Raben sind aber keine Zugvögel, sondern Standvögel, d.h. sie haben ein festes Revier, das sie nicht verlassen. Nuris Wunsch zu reisen widerspricht also komplett dem normalen Verhalten eines Raben.
Zudem haben wir erlebt, dass sie sich schon beim Spielen mit anderen Raben eine schwere Verletzung zugezogen hat, die ohne Gerons Hilfe tödlich gewesen wäre. Wenn sie sich schon beim Spielen so schwer verletzt, wie soll sie da mit dem Leben davon kommen, wenn sie mal von einem Adler, Falken oder Fuchs angegriffen würde?
Wie Belgabor schon sagte, sehe ich dies unterlassene Hilfeleistung mit (höchstwahrscheinlich) Todesfolge an.

Ansonsten muss auch ich sagen, dass ich es sehr schade finden würde, wenn wir in Zukunft nichts mehr von Geron und Nuri sehen würden. Es gäbe meiner Meinung nach schon noch die eine oder andere Möglichkeit ihre Geschichte fortzusetzen, ohne sich dabei auf ein Ende festlegen zu müssen. So könnte sich z.B. bloß das erste Kapitel des Spiels etwas unterschiedlich spielen und der Spieler kann zu Beginn festlegen, welches Ende von Memoria gelten soll. So könnte Geron mit Sadja und dem Stab unterwegs sein. Wurde Nuri nicht zurückverwandelt, so findet man sie am Ende des ersten Kapitels, eingesperrt in einem Käfig. Man befreit sie und der Stab verwandelt sie zurück. Hat man sich dazu entschieden, sie in Memoria zurückzuverwandeln, könnte sie von Anfang an mitreisen.

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Re: Gedanken zum Ende [ACHTUNG: SPOILER!]

Beitragvon Bradley » Fr 6. Dez 2013, 03:04

Ich finde es auch irgendwie merkwürdig das es ja heißt, dass Nuri zwar einerseits ihr Gedächtnis zu 100% verloren hat, aber andererseits, als sie sich dann am Ende als Räbin "vorstellt", kann sie trotzdem ihren superlangen und komplexen, originalen Namen sagen. Was denn nun? Fehler, oder Hinweis darauf das ihr Gedächtnis doch nicht permanent oder komplett verloren ist?

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Re: Gedanken zum Ende [ACHTUNG: SPOILER!]

Beitragvon Geron1985 » So 8. Dez 2013, 10:22

Ich sehe es eher als Hinweis darauf, dass ihre Umwandlung in einen Raben noch nicht abgeschlossen ist. Sie hatte immer noch einen feeischen Geist. Wäre sie bereits ein wirklicher Rabe, dürfte sie nichtmal mehr dazu in der Lage sein, überhaupt zu sprechen.
Ich denke, dass dies noch kleine Überreste ihrer Erinnerungen sind, die zusammen mit ihrer Seele verschwinden würden, wenn man sie nicht zurückverwandelt.

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Re: Gedanken zum Ende [ACHTUNG: SPOILER!]

Beitragvon Fendralor » Mi 11. Dez 2013, 06:18

Ich kenne auch beide Enden. Ich für mich habe mich entschieden, sie zurückzuverwandeln. Auch wenn sie letztendlich als Rabe glücklich gewesen ist, mir sind beide Charaktere sehr ans Herz gewachsen. Und Geron ohne Nuri mag ich mir fast nicht mehr vorstellen. Er wäre - zumindest eine ganze Weile lang - todunglücklich mit dieser Entscheidung.

Und nach allem, was er geleistet hat, gönne ich ihm ein glückliches Ende, auch wenn das vielleicht ein wenig selbstsüchtig sein mag, sowohl von seinem, als auch von meinem Standpunkt aus. Aber Nuri ist immer noch Nuri, irgendwie, auch wenn sie sich an vieles von dem, was geschehen ist, nicht mehr erinnert. Das ist aber für sie vielleicht nicht einmal so schlecht - die Erlebnisse an der Harfe haben sie doch schwer mitgenommen, das hat man deutlich gemerkt, vor allem zu Beginn des Spiels.

Außerdem erzählt Geron ihr ja alles. Und wer weiß, vielleicht wecken diese Erzählungen ja doch einige ihrer Erinnerungen auf. :) Das ist, finde ich das schöne an diesem semi-offenen Ende: wie es tatsächlich ausgeht, bleibt der Fantasie des jeweiligen Spielers überlassen. Und auch, wenn ich Happy Endings keinesfalls in jedem Spiel brauche, bei Geron und Nuri mag ich eines sehen. :lol:

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Re: Gedanken zum Ende [ACHTUNG: SPOILER!]

Beitragvon Colores » Di 3. Mär 2015, 02:26

Ich habe dieses großartige Spiel erst vorhin fertig gespielt, und willmuss hier mal auch meinen Senf dazugeben! ;)

Vorweg: Ich hab das Ende dreimal gespielt. Zuerst jenes das Nuri ihre Freiheit geschenkt hat, dann dass in dem Geron und sie ein gemeinsames Leben beginnen. Und dann wieder das in dem Nuri sich endlich aufmacht das Meer zu sehen.
Und der einzige Grund warum Ich das Ende ein drittes Mal durchspielen musste war, weil mich das Ende in dem Geron sich dazu entscheidet ihr ihre alte Gestalt wiederzugeben so unglücklich gemacht hat.

Ja! Unglücklich! Hilfe Daedelic ihr großatigen, genialen, schlauen Knöpfe - ich fass' es immernoch nicht wie sehr mich dieses Spiel mit all seinen Wendungen und seinem perfekten Ende mitgenommen hat! In jeder Hinsicht! Das ist mir schon ewig nicht mehr passiert! Entzückung ahoi!

Und um auf die eigentliche Thread-Frage einzugehen: Ich bevorzuge - man ahnt es schon - das Ende in dem Nuri ein Rabe bleibt.

Und zwar aus so vielen Gründen! Spoiler ahoi! Und Achtung, das bezieht sich hierbei auch auf Satinavs Ketten:

Seit Geron und Nuri zusammen reisen will Nuri nichts lieber als genau das - reisen. Frei sein. Und was macht Geron? Er lügt sie an. Er entscheidet was das Beste für sie ist. Und wie setzt er das um? In dem er für sie entscheidet und sie anlügt.

Die Liebesgeschichte von Geron und Nuri hat mich sehr berührt (vorallem als klar wurde das Nuri Geron endgültig vergessen hat. Erneut: Hilfe..), aber ganz ehrlich? Die beiden sind ein fürchterliches Paaar, und weder waren sie noch sind sie je auf einer Augenhöhe gewesen. Geron hat sie nie wirklich ernst genommen. Und Nuris Weltfremdheit (die ob ihrer feeischen Herkunft ja nun auch kaum verwundern darf) hinwieher - das kennzeichnet für mich eine fürchterliche Beziehung.

Auch die Versuche Gerons am Wasserfall , Nuri in Rabengestalt die Erfahrungen der gemeinsamen Abenteuer wieder in Erinnerung zu rufen im Verlaufe derer deutlich wurde wie sehr Nuri auch an sowie unter den Erfahrungen der Reise gelitten hat - und Geron einfach darüber hinwegging.
Geron ist mir im Verlauf der beiden Spiele ans Herz gewachsen, und er hatte ja auch nur die besten Absichten - aber das Gegenteil von gut ist nun mal viel zu oft gut gemeint. Und Geron war oft selbstsüchtig, und seine eigenen Ziele und Wünsche waren ihm wichtiger als die von Nuri.

In dem Moment, als er Nuri ihre Freiheit geschenkt hat hab Ich ihn mehr geliebt als während der ganzen beiden Spiele zusammen. Es war der aufrichtigste Akt von Liebe den Ich Geron nie zugetraut hätte. Es tat ihm weh, und er hat es trotzdem getan. Sie wollte immer reisen und die Welt sehen, und endlich kann sie es. Seine Nuri, die tatsächlich nur sich selbst gehört.

Wohingegen beim anderen Ende die beiden zwar zusammen sind, aber zu welchem Preis? Was macht einen Menschen aus, wenn nicht seine Erinnerungen? Wie kann Geron es wagen, Nuri ihr Leben nachzuerzählen? Zu bestimmen was richtig war, was wie passiert ist und wie nicht. Wo doch das sich stetige Erzählen des eigenen Lebens, der eigenen Geschichte DER identitätsstiftende Moment überhaupt ist. Und wenn Nuri nie mehr der Me..äh...die Fee geworden wäre die Geron liebt? Was dann? Hätte er ihr vorgeworfen was nie ihre Entscheidung war? Wäre er enttäuscht darüber was sie nicht zu verantworten hat? Und wie hätte sie je weiter wachsen, sich entwickeln können wo doch sein Bild von ihr so festgemeißelt istwar das jedes Abweichen davon nur Enttäuschung, Traurigkeit und Wut herovrrufen KANN? Ne ne..auch wenn Geron Nuri ihre feeische Gestalt zurückgegeben hat, ein gemeinsamer In-den-Sonnenuntergang-spazier-Garant wär' das noch lange nicht.

Und deswegen hat es mich traurig gemacht das die Räbin Nuri vermutlich für immer weggeflogen ist. Aber auch glücklich. Vorallem glücklich.

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Laslo
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Re: Gedanken zum Ende [ACHTUNG: SPOILER!]

Beitragvon Laslo » So 12. Apr 2015, 03:06

ACHTUNG SPOILERGEFAHR!

Ich muss Colores komplett widersprechen. Wir haben Memoria auch gerade erst fertig gespielt und haben uns für die Rückverwandlung entschieden. Ja, was Geron da sagt ("Ich habe so lange dafür gekämpft!") klingt durchaus selbstbezogen, aber unabhängig von Gerons Motivation ist die Rückverwandlung mMn die einzig richtige Entscheidung. Wie schon im Thread angeführt: Alles andere ist eine Verurteilung Nuris zum Tode, da ihre Feenseele im Rabenkörper sehr bald sterben würde.

Seit Geron und Nuri zusammen reisen will Nuri nichts lieber als genau das - reisen. Frei sein.

Das kann sie doch nach der Rückverwandlung. Ich glaube nicht, das Nuri und Geron noch etwas in Andergast hält. Genauer kann Nuri das NUR nach der Rückverwandlung. Als Rabe wäre ihre Seele und damit sie bald tot. Wer tot ist, reißt maximal noch in Borons Hallen.

Und was macht Geron? Er lügt sie an. Er entscheidet was das Beste für sie ist. Und wie setzt er das um? In dem er für sie entscheidet und sie anlügt.

Um ein Reich, und wenn es ein Drecksnest wie Andergast ist, vor einer großen Gefahr zu retten, ja. Wenn du die Wahl hast zwischen einer (oder mehrerer) Lügen und tausenden Toten, wäre das überhaupt eine Wahl? Und es ist ja nicht so, das Geron es nicht mit der Wahrheit versucht hat. Die Wahrheit hat Nuri nur nie überzeugt.

aber ganz ehrlich? Die beiden sind ein fürchterliches Paaar, und weder waren sie noch sind sie je auf einer Augenhöhe gewesen. Geron hat sie nie wirklich ernst genommen. Und Nuris Weltfremdheit (die ob ihrer feeischen Herkunft ja nun auch kaum verwundern darf) hinwieher - das kennzeichnet für mich eine fürchterliche Beziehung.

Eine Beziehung, in der jemand sein Leben, seine Seele, seine Freiheit aufs Spiel setzt um den anderen zu retten, das klingt für mich nach einer sehr großen Liebe und ich hatte nicht das Gefühl, das Geron Nuri im späteren Verlauf von Satinavs Ketten und in Memoria nicht ernst nimmt. Ganz im Gegenteil - sie ist sein Lebensinhalt.

Auch die Versuche Gerons am Wasserfall , Nuri in Rabengestalt die Erfahrungen der gemeinsamen Abenteuer wieder in Erinnerung zu rufen im Verlaufe derer deutlich wurde wie sehr Nuri auch an sowie unter den Erfahrungen der Reise gelitten hat - und Geron einfach darüber hinwegging.

Beim zweiten Anlauf kamen aus der Reise eine Menge fröhlicher Erinnerungen heraus. Das erste Gespräch war viel mehr eines, das untere dem Stern einer Depression standt. Da wird jede Erinnerung zu einer leidvollen, das ist das Wesen der Depression. Und zu sagen: Nuri will reisen und gleichzeitig zu sagen: Sie hat unterm Reisen nur gelitten klingt nicht schlüssig. Wenns so schrecklich war, dann würde sie es nicht mehr wollen.

Sie wollte immer reisen und die Welt sehen, und endlich kann sie es. Seine Nuri, die tatsächlich nur sich selbst gehört.
Als Rabe kann sie es nicht. Denn sie wird innerhalb weniger Wochen tot sein. Da bleibt nur noch ein Rabe über, aber Nuri wird vergangen sein. Und dann sieht sie nichts von der Welt. Als Fee jedoch ist sie Geron immer auf der Nase rumgetanzt und das wird sie auch weiter tun. Sie gehörte Geron nie mehr als sie selbst es zulies. (Wir erinnern uns, das Liebesbündnis ging von ihr aus.)

Wohingegen beim anderen Ende die beiden zwar zusammen sind, aber zu welchem Preis? Was macht einen Menschen aus, wenn nicht seine Erinnerungen?

Die Erinnerungen hat sie als Rabe auch nicht. Die sind so oder so weg. Leider. Ihr von ihren gemeinsamen Abenteuern zu erzählen weckt vielleicht noch ihre eigenen Erinnerungen. Beim Stab hats ja auch geklappt.

Und wenn Nuri nie mehr der Me..äh...die Fee geworden wäre die Geron liebt? Was dann?

Dann werden sie sich trennen müssen und getrennte Wege gehen. Als Rabe hat Nuri diese Wahl gar nicht.

Hätte er ihr vorgeworfen was nie ihre Entscheidung war? Wäre er enttäuscht darüber was sie nicht zu verantworten hat? Und wie hätte sie je weiter wachsen, sich entwickeln können wo doch sein Bild von ihr so festgemeißelt istwar das jedes Abweichen davon nur Enttäuschung, Traurigkeit und Wut herovrrufen KANN? Ne ne..auch wenn Geron Nuri ihre feeische Gestalt zurückgegeben hat, ein gemeinsamer In-den-Sonnenuntergang-spazier-Garant wär' das noch lange nicht.

Von einem garantiertem "Uns sie blieben glücklich zusammen bis ans Ende ihrer Tage" redet wohl auch niemand, aber dieses ganze "Würde, hätte, könnte" ist doch ein sehr spekulatives Gemälde, in den schwärzesten Farben, die als Möglichkeiten vorstellbar sind. Nuri lebt, wird weiter leben, wird nicht in wenigen Wochen vergehen und kann wachsen, Erfahrungen sammeln, und eine neue Nuri werden, die reist, frei ist und das Meer sieht. Denn diese Wünsche sind ja mit der Rückverwandlung nicht verschwunden. Und so wird sie ihren Wünschen folgen, wie sie es immer getan hat. Mit oder ohne Geron, hoffentlich mit.

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Re: Gedanken zum Ende [ACHTUNG: SPOILER!]

Beitragvon oenone » Di 9. Jun 2015, 15:54

Ich habe sie auch zurückverwandelt. Die verlorenen Erinnerungen kann man nachholen und die Löcher durch neue füllen.


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