Preise bei Steam

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qp
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Preise bei Steam

Beitragvon qp » Di 24. Sep 2013, 19:24

Eines vorweg: Ich liebe eure Adventures und habe bis jetzt keinen einzigen Kauf bereut. Da ich einen aktiven, viel genutzten Steam-Account habe und kein Fan von CD-Wechselorgien und Kopierschutzproblemen bin, wollte ich mir auch Memoria gern über Steam besorgen.

Heute musste ich aber leider feststellen, dass der Steam-Verkaufspreis in Deutschland im Vergleich mit ähnlich kaufkraftstarken Regionen schlicht und ergreifend unfair ist. Mir ist bekannt, dass sich Adventures in Deutschland besser verkaufen als in anderen Regionen der Welt (ich sage nur: "they exist in our dreams and in our memories... and in Germany"). Deshalb hätte ich Verständnis dafür, wenn man hier den Dollar-Preis (wie es bei Steam leider die Regel und nicht die Ausnahme ist) 1:1 in Euro umgerechnet hätte, was beim aktuellen Dollarkurs immerhin einem Aufschlag von einem Drittel entspricht. Was ich aber im Vergleich tatsächlich festgestellen musste, ist folgendes:
Bild Bild Bild

In Deutschland kostet das Spiel 40 Euro, in Frankreich 20 Euro und in den USA umgerechnet nur 15 Euro. In Frankreich zahlt man also 25% mehr als in den USA, obwohl es nicht einmal eine französisch lokalisierte Version gibt, und in Deutschland verlangt man weit mehr als doppelt so viel wie in den USA und auch 50% mehr als für die deutsche CD-Version (bei Amazon). Es tut mir leid, aber diese Preispolitik empfinde ich als wirklich miesen Abzockversuch. So neugierig ich auf das Spiel bin und so sehr mich die hervorragenden Kritiken und der Name Daedalic von der Qualität des Spiels überzeugt sein lassen: Ich habe hier ernsthaft das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden und werde den Kauf deshalb vorerst zurückstellen.

Es wäre sehr nett, wenn ihr einmal dazu Stellung nehmen könntet, warum ich als deutscher Kunde 260% des US-Preises für dasselbe Spiel bezahlen soll. Im Gegensatz zu The Night of the Rabbit erhält man beim Kauf aus Deutschland ja nicht einmal eine besondere Ausstattung für den wesentlich höheren Verkaufspreis, sondern exakt dieselbe Version.

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Balder
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Re: Preise bei Steam

Beitragvon Balder » Di 24. Sep 2013, 21:49

Wie du schon sagst, dieses Problem ist leider überall bei der Spieleindustrie zu sehen.
Ich glaube zwar nicht, dass du oder wir hier eine Antwort vom Publisher bekommen werden , aber falls doch würde mich eine Info diesbezüglich auch sehr interessieren.

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Galdring
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Re: Preise bei Steam

Beitragvon Galdring » Mi 25. Sep 2013, 12:56

Hallo,

das ist eine recht schwierige Problematik, die nicht so einfach zu erklären ist, wie es vielleicht klingt. Eins jedoch vorweg: Wir sind nicht der alleinige Publisher von Memoria, sondern machen dies zusammen mit Deep Silver, ohne die die Realisierung des Spielst nicht möglich gewesen wäre. Die Preispolitik geht also nicht allein von uns aus, wobei ich hier keinen Schwarzen Peter herumreichen möchte.

Was allerdings dein erstes Argument mit CD-Wechselorgien betrifft kann ich dich beruhigen: Wenn du Memoria installiert hast brauchst du die DVDs nicht mehr, da sie zum Spielen nicht benötigt werden.
Insgesamt gibt es viele verschiedene Faktoren, die den Endpreis bestimmen: Herstellungskosten, Lokalisation und Werbebudget sind nur einige davon. Und die Pro-Kopf-Kosten dieser Einzelpunkte (insbesondere der Lokalisierung) sind natürlich geringer, je größer die zu erwartende Käuferschicht ist. (Natürlich ist das Adventure-Genre in Deutschland sehr beliebt, aber es gibt dennoch mehr englischsprachige Spieler.)

Grüße,
Galdring
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Vielleicht habe ich deinen Schlüssel gefunden, Schnutzipu...

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qp
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Re: Preise bei Steam

Beitragvon qp » Do 26. Sep 2013, 14:00

Hallo Galdring,

danke für deine Antwort. Du hast zwar leider kaum etwas Konkretes zum Problem gesagt, aber vermutlich dürft ihr über derartige Vereinbarungen auch nicht offen schreiben. Inzwischen habe ich erfahren, dass es in den ersten Monaten nach der Veröffentlichung von The Whispered World, das ihr ja ebenfalls in Kooperation mit Deep Silver herausgebracht habt, genau die gleiche Gestaltung gab (was ich aber nicht mitbekommen habe, da ich TWW erst später erworben habe).

Ich würde mich nicht als knausrig bezeichnen und bin grundsätzlich bereit, eine Firma, die die Fahne des Adventue-Genres hochhält, zu unterstützen. Ein bisschen stört es mein Gerechtigkeitsempfinden zwar trotzdem, dass ich z. B. für die Deponia-Spiele 20 Euro zahlen sollte, während sie in den im Hinblick auf die Kaufkraft mindestens gleichstarken USA nur umgerechnet 15 Euro kosten. Die Unsitte, bei Steam 1:1 zwischen Euro und Dollar umzurechnen, hat sich leider vor einigen Jahren eingebürgert und nur sehr wenige Anbieter korrigieren dies auf einen ansatzweise fairen Wechselkurs. Leider machen sich heute viele Anbieter nicht klar, dass der Unterschied inzwischen nicht mehr vernachlässigbar ist. Bei einem heute üblichen Tageskurs von etwa 1 EUR : 1,30 US$ zahlt man in Deutschland ein Drittel mehr, bei 20 Euro macht das also bereits 5 Euro aus. Aber wie schon gesagt: Da Adventures in Deutschland beliebter und die Pro-Kopf-Kosten der Lokalisierung vielleicht tatsächlich höher sind und ich eine Firma wie Daedalic gern unterstütze, bin ich in diesem Bereich noch bereit, den Aufschlag hinzunehmen. Ich hatte bei beiden Deponia-Spielen das Gefühl, für 20 Euro ein gutes Geschäft gemacht zu haben und viel geboten zu bekommen.

Anders sieht es aber aus, wenn man in den USA das Spiel zweimal kaufen kann und immer noch deutlich weniger bezahlt als für einen Kauf in Deutschland. Werbebudget und Beliebtheit hin oder her: Wenn hierzulande fast das Dreifache des USA-Preises verlangt wird, dann ist aus meiner Sicht der Bogen erheblich überspannt. Vielleicht könnt ihr bei euerm nächsten Kooperationsprojekt dem Co-Publisher klarmachen, dass eine solche Preisgestaltung ein Schlag ins Gesicht eurer größten Fangruppe, den deutschen Käufern, ist.

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Re: Preise bei Steam

Beitragvon goll2 » Do 12. Dez 2013, 20:27

Nun ja, ich denke mir, es ist ähnlich wie bei den in Deutschland hergestellten Arzneimitteln: die werden zwar auch weltweit verkauft und man macht weltweit Gewinne damit, aber die Entwicklung wird größtenteils nur über deutsche Krankenkassenbeiträge finanziert. Zu den Preisen wie hierzuland wären Arzneimittel in anderen Ländern unverkäuflich. Betriebswirtschaft bedeutet halt auch, nicht nur soviel zu verlangen, wie eine Sache wert ist, sondern soviel zu verlangen, wie der Verkäufer glaubt, dass die Kundschaft zu zahlen bereit ist.

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Re: Preise bei Steam

Beitragvon qp » So 9. Feb 2014, 20:25

Besteht eine Chance, dass der Preis demnächst auf ein faires Niveau angepasst wird? Ende Februar ist das Spiel ein halbes Jahr auf dem Markt, vielleicht wäre dies ja eine passende Gelegenheit?

Ich würde das Spiel wie schon gesagt gern kaufen, nur eben bitte ohne das Gefühl, über den Tisch gezogen worden zu sein.

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Re: Preise bei Steam

Beitragvon Xeledon » Mo 10. Feb 2014, 13:28

Über den Tisch gezogen? Sorry, aber das finde ich als Formulierung schon ziemlich daneben. Ob einem ein Spiel den geforderten Preis wert ist, darf natürlich jeder selbst entscheiden, aber dem Entwickler hier implizit eine Täuschungsabsicht zu unterstellen, empfinde ich als beleidigend. Es ist ja nicht so, dass Daedalic das Spiel mit irgendwelchen unerfüllten inhaltlichen Versprechungen bewerben würde, noch sind die geforderten rund 40€ ein unüblich hoher Preis für ein Computer-Spiel. Wie gesagt, subjektiv darf dir das natürlich trotzdem zu hoch sein und ich möchte keineswegs deiner Frage, ob da in absehbarer Zeit mit einer Preissenkung zu rechnen ist, die Berechtigung absprechen, die "über den Tisch gezogen"-Formulierung hättest du dir imho aber sparen können.
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qp
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Re: Preise bei Steam

Beitragvon qp » Sa 15. Feb 2014, 18:13

Unabhängig davon, was mir persönlich das Spiel wert ist: Wenn Leute, die nicht schlechter gestellt sind als ich, wesentlich weniger für dieselbe Sache zahlen sollen, dann bleibt bei mir nun einmal ein ungutes Gefühl zurück. Die Entwickler müssen sich zumindest den Vorwurf gefallen lassen zu glauben, dass sie es "mit uns ja machen können". Genau dieses Signal möchte ich aber nicht setzen.

Wie bereits gesagt reden wir hier nicht davon, dass mal wieder 1:1 zwischen Euro und Dollar umgerechnet wurde. Auch das ist schon schlicht und einfach ungerecht, aber noch verschmerzbar. Bei 15 Euro vs. 40 Euro hört der Spaß aber definitiv auf. Wie anders als "über den Tisch ziehen" würdest du so etwas denn nennen? Wer eine solche Preisgestaltung festlegt, baut auf die Dummheit der Käufer oder zumindest darauf, die Gutmütigkeit der zu einem Vertrauensvorschuss bereiten Fans ausnutzen zu können.


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