Fazit eines DSA-Spielers

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aRestless
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Fazit eines DSA-Spielers

Beitragvon aRestless » Di 10. Sep 2013, 16:08

Weiter unten gibt es einen Spoiler zu Informationen, die der Spieler erst am Ende des Drakonia-Kapitels erhält.

Hallo!

Nachdem ich auf der GamesCom nach einer Kurzpräsentation von Memoria schon Gelegenheit hatte drei Jungs von Daedalic meinen Ersteindruck zum Spiel mitzuteilen, möchte ich hier nochmal mein Urteil abgeben, nachdem ich das Spiel durchgespielt habe. Als jemand, der seit mehr als 10 Jahren DSA in Aventurien spielt und leitet, habe ich vielleicht einen etwas anderen Blick auf Memoria, als manch anderer Spieler.

In kurz: Ich bin begeistert!

Und das kommt nicht von ungefähr. Ich halte Memoria für das einzige DSA-Computerspiel der Neuzeit, das es schafft, grandiose Epik aufzufahren und trotzdem bis zur letzten Zeile DSA treu zu bleiben. Erinnert sich jemand an das letzte Kapitel von DSA:Drakensang? Hunderte von Echsen und am Ende eine skelettbeschwörende Hydra? Das hat sich nicht mehr richtig nach DSA angefühlt, auch wenn die anderen Teile des Spiels keine schlechte Vorarbeit geleistet hatten. Memoria ist hier gänzlich anders und der Twist am Ende hat mich vom Hocker gehauen.

Insbesondere gefällt mir, wie Aventurien visualisiert wurde (insbesondere Drakonia) ohne, dass ich mir gedacht habe "Hey... irgendwas passt da nicht." Ich werde für Drakonia sogar hergehen (sobald meine Spielrunde diesen Ort betritt) und einige der Hintergründe nutzen, um den Ort zu veranschaulichen.

Und dennoch: Nie hatte ich das Gefühl, dass der DSA-Hintergrund das Design, die Handlung oder die Rätsel einengen würde (wiederum anders, als bei einigen anderen DSA-Spielen). Und nachdem ich, nach meinem eigenen Durchspielen, mir jetzt noch auf YouTube das Let's Play von Trashtazmani angucke, merke ich, dass auch nicht-DSA-Spieler in der Welt wunderbar zurechtkommen, sie auf Anhieb verstehen und für plausibel befinden. Hut ab vor dieser Gratwanderung!

Als Teilzeit-Adventure-Spieler fand ich die Rätsel angenehm vom Schwierigkeitsgrad her. Ich hatte einige Male an einem Rätsel zu knabbern. Manchmal hatte ich als DSA-Spieler glaube ich einen leichten Vorteil (Stichwort: Elementarrätsel), aber wohl auch nie sonderlich gravierend.

Es gibt nur eine einzige Stelle, in die sich meiner Meinung nach ein kleiner Logikfehler eingeschlichen hat. Der Zeitdschinn beschreibt, er hätte seinen Namen an einem Ort versteckt, den Satinav nicht einsehen könne. Weil Satinav das nicht so toll fand, habe er den Ort von "dieser Welt getrennt" und entschieden, dass "nichts was darin geschieht, für die Welt außerhalb Konsequenzen hat". Trotzdem müsse er, weil das Buch der Wahrheit alles was geschah enthalten müsse, diese Dinge nachtragen, wenn er davon erfährt. Das wirkt so, als habe sich Satinav damit selbst ein Bein gestellt, schließlich hat er keinen Vorteil davon, stattdessen schuf er damit eine Möglichkeit, ihn zu belügen.

Ich denke aber, dass es eigentlich anders gemeint ist: Satinav muss die Geschehnisse auf Basis von Erzählungen nachtragen, eben weil er nicht hineinsehen kann. Das hat nichts mit der Entscheidung zu tun, den Ort vom Rest der Welt zu trennen. Und eben weil ihm das ganz und gar nicht gefiel, dass er an diesen Ort nicht blicken konnte, hätte seine hasserfüllte Entscheidung sein müssen, den Eingang zu dem Ort zu verstecken oder zu versiegeln.

Bis auf diesen kleinen, aber verzeihlichen Logikfehler fällt mein Feedback zum Spiel also durchweg positiv aus. Ein bisschen getrübt wurde meine Begeisterung vom Anfang allerdings von der Collector's Edition, was ich aber noch in einem anderen Thread thematisieren werde.

Gruß,
aRestless

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Re: Fazit eines DSA-Spielers

Beitragvon Galdring » Di 10. Sep 2013, 17:57

Hallo aRestless,

vielen Dank für dein Feedback! Als Pen&Paper-Spieler (auch wenn DSA bei mir schon eine Weile her ist) kann ich viele deiner Punkte nachvollziehen... Bei der Geschichte mit Satinav handelt es sich denke ich mehr um eine unglückliche Ausdrucksweise als einen tatsächlichen Logikfehler, aber wie du schon sagtest: Es ist ja ein verzeihlicher Fehler... Ich musste übrigens am Anfang lachen, als der Name des generischen Kriegers mit Alrik angegeben wurde. ;)

In diesem Sinne: Die Zwölf zum Gruße!
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Vielleicht habe ich deinen Schlüssel gefunden, Schnutzipu...

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Re: Fazit eines DSA-Spielers

Beitragvon zakkarus » Do 12. Sep 2013, 20:17

Ich schließe mich dem Gesagten oben an.
Eine wunderbare nicht vorhersehbare Handlung - und ein überraschender Abspann.
Das hat wirklich Spaß gemacht - auf zur 2. Runde.

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Re: Fazit eines DSA-Spielers

Beitragvon wickermoon » Do 7. Nov 2013, 20:32

Ich kann mich ebenfalls nur anschließen, auch wenn ich die Spielzeit vielleicht ein wenig kurz fand. Die Satinavreihe ist für mich nach der Nordlandtrilogie (Sternenschweif ist und bleibt für mich ungeschlagen <_<) die beste DSA-PC-Umsetzung, die ich bis jetzt erleben durfte. :)

Ich war nur ein wenig enttäuscht vom fehlenden Trara. Ich hatte bis vor zwei Tagen gar nicht bemerkt, dass es Memoria übehaupt gibt. Ich hoffe auf einen dritten Teil. :)

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Re: Fazit eines DSA-Spielers

Beitragvon KrawallHaase » Di 19. Nov 2013, 11:26

Ich bin auch ganz begeistert von Memoria, wie auch schon von Satinavs Ketten. Ohne Satinavs Ketten hätte ich die tollen Adventures von Daedalic wahrscheinlich noch eine Weile nicht bemerkt - so aber hörte ich von einem DSA- Adventure und musste es sofort haben.
Ich selbst habe früher auch DSA als Pen&Paper gespielt, leider haben sich aber beide Gruppen, in denen ich gespielt habe, schon vor fast 10 Jahren aufgelöst und ich musste mich mit den durchwachsenen Romanen, Sekundärliteratur und eigenem Weiterspinnen von angefangenen Spielrunden-Geschichten begnügen. Die Nordlandtrilogie habe ich noch während der aktiven Spielerzeit gespielt; mit Drakensang konnte ich mich dann leider gar nicht anfreunden (für ein RPG zu wenig Gestaltungsmöglichkeiten beim Charakter, und nach der Nordland-Trilogie war ich auch enttäuscht, dass ich nur einen Charakter der Gruppe stelle und spielen kann. Für ein Adventure finde ich das wiederum kein Hindernis - ich habe Adventures früher geliebt, nur nach Simon the Sorcerer II keins mehr gefunden, was mir wirklich gefallen hat. Und dann kam Daedalic mit der Kombination DSA - Adventure. Perfekt!


EBENFALLS SPOILER-WARNUNG ab hier! -----------------------------------


Auch mir hat es unsagbar viel Spaß gemacht, mich in einem so liebevoll und detailreich gezeichneten Aventurien zu bewegen, dass der Spielwelt noch einmal Leben einhaucht. Die erkennbaren Dämonen als Sadja auf dem Schlachtfeld ist - brrrrr! Auch das Elementarrätsel und insgesamt die Interaktion mit und die Suche nach den Elementargeistern hat mir großen Spaß gemacht. Bei den Statuen in den Türmen hätte ich mir wiederum ein wenig mehr Detail gewünscht.
Und ehrlich: Wolltet ihr nicht auch am liebsten den Rondra-Tempel in Andergast betreten? ;-)

Bei Satinavs Sicht fand ich noch etwas nicht ganz logisch, aber ebenfalls nicht störend: Hätte er nicht von Sadjas Fähigkeiten und ihrer Geschichte wissen und daher die erste Lüge durchschauen müssen? Das hatte ja nun nichts mit dem Garten des Vergessens zu tun, denn lernen hätte sie es ja draußen müssen. Oder verliert auch ein Dämon den Überblick über all das Geschehene und ist zu faul zum Nachblättern? ;-)

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Re: Fazit eines DSA-Spielers

Beitragvon KrawallHaase » Mo 25. Nov 2013, 11:02

Kennt wer hier ein Let's Play zu Memoria, das von jemandem gemacht wurde, der DSA-"kundig" ist?
Würde nach dem Selsbt Spielen gerne eins ansehen, aber ehrlich gesagt nervt es mich beim Gucken ein wenig, wenn die Let's Player dauernd über Namen wie Borbarad und Magiermogul stolpern...

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Re: Fazit eines DSA-Spielers

Beitragvon Xeledon » Mo 25. Nov 2013, 13:13

Die Mháire und der Nico von "OrkenspalterTV" haben da was gemacht:
http://tv.orkenspalter.de/?p=1634
http://tv.orkenspalter.de/?p=1649

Wobei ich das, was sie sonst auf ihrem Kanal machen, eigentlich deutlich spannender finde, aber ich bin halt auch ned so der Let's-Play-Fan... ;)
"There is no dark side of the moon. Matter of fact it's all dark."
- Pink Floyd

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Re: Fazit eines DSA-Spielers

Beitragvon KrawallHaase » Di 26. Nov 2013, 11:32

Dankeschöööön!


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